"Vorhang auf" für die Bilanz

Shownotes

Die Spielzeit 2025/2026 am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen war alles andere als langweilig: Ein Wasserschaden legte die Hauptbühne lahm, das Große Haus feierte 50. Geburtstag, und trotz aller Widrigkeiten kamen fast 122.000 Besucher:innen. Marketingchefin Gabriele Suschke blickt zurück auf eine Saison voller Höhen, Tiefen und besonderer Momente – von der sorbischen Mehrsprachigkeit über die Schulkooperation bis hin zum Dschungelbuch im nächsten Theatersommer. Ein ehrliches, lockeres und informatives Gespräch über ein Theater, das sein Publikum nicht verloren hat.

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00:00:07: Lausitz heute, Kunst und Kultur.

00:00:10: Der

00:00:10: Podcast aus unserem Studio in Bautzen.

00:00:13: Vorhang auf?

00:00:15: Herzlich willkommen zur letzten Ausgabe unseres Theater-Podcasts vor der Sommerpause!

00:00:21: Ich bin verbunden mit Gabriele Suschke, dem Marketingchefin dieses deutscherbischen Volkstheaters.

00:00:27: Ich grüße dich hallo!

00:00:29: Hallo!

00:00:30: Heute nicht im Studio sondern ... In einer Schalte aus dem Homeoffice.

00:00:36: Weil Gabi, du hattest eine wundersame Begegnung mit einem Tier in der vergangenen Woche.

00:00:42: Willst Du darüber sprechen?

00:00:44: Ja es ist tatsächlich kein Geheimnis!

00:00:46: Wir haben seit sehr vielen Jahren eigene Hunde und das ist mir wirklich noch nie passiert dass ich gebissen wurde.

00:00:51: und in dieser Woche bin ich im Dorf unterwegs gewesen und bin ja unvorsichtigerweise in einen Grundstück reingegangen Das erste Mal in meinem Leben ein Hund gebissen.

00:01:02: Das ist eine Erfahrung, die muss man nicht unbedingt machen aber so ist es jetzt und ja da bin ich so ein bisschen gehandicapt.

00:01:07: Es ist ein warmendes Beispiel für freilaufende Hunde an der Spree zum Beispiel.

00:01:13: Ja, der Hund war allerdings eingesperrt.

00:01:16: Unser Thema heute natürlich nicht der Umgang mit Hunden sondern die vergangenen Spielzeit.

00:01:21: Es ist wie gesagt der letzte Podcast vor der Sommerpause.

00:01:25: Wir lassen heute gemeinsam eine Spielzeit-Revue passieren, die alles hatte.

00:01:30: Auf der einen Seite Jubiläumsglanz, Wasserschock, großartige Zahlen und dann in der vergangenen Woche eine brandgefährliche Zwangspause unter einem Publikum das eigentlich nicht treuer sein könnte – die Spielzeit!

00:01:42: Am deutsch-sorbischen Volkstheater geht zur Ende und ihr blickt zurück auf achthundert zwölf Veranstaltungen fast hundertzwundzwanzigtausend Besucherinnen und eine Menge Geschichten, die es zu erzählen lohnt.

00:01:55: fangen wir mal an und zwar mit dem, was dir als Marketingchefin besonders nahe liegt.

00:02:01: Wie fühlt es sich ein wenn man fast hundertzwanzigtausend Menschen in sein Haus locken kann?

00:02:06: Und das trotz Wasserschaden!

00:02:10: Das ist wirklich eine ganz großartige Situation und wir sind unserem Publikum wahnsinnig dankbar dass sie das alles ja mitmachen ertragen haben, dass sie neugierig sind, dass Sie das Theater lieben – das haben wir gerade in dieser Zeit gemerkt.

00:02:23: Ja, wenn es Probleme gibt dann steht das Publikum hinter uns.

00:02:26: Und der Wasserschaden im Januar war schon wirklich ein großer Einschnitt.

00:02:30: Wir wussten nicht wie's weitergeht und trotzdem haben die Zuschauer gesagt wir kommen wieder und wir konnten dadurch die Zahlen vom Feuer erreichen.

00:02:37: eigentlich wären sie ja sonst viel weniger gewesen.

00:02:39: also man merkt schon dass Bautzner und das Umlandpublikum stehen zu ihrem Haus und das ist ein wahnsinnig schönes Gefühl.

00:02:47: Lass uns mal noch einmal kurz beim Wasserschaden bleiben.

00:02:49: Der Bühnenboden wird jetzt gerade ausgetauscht, das ist ja kein kleiner Eingriff.

00:02:55: was bedeutet es eigentlich für den Start in die nächste Spielzeit?

00:02:59: Also für den start in die nächsten Spielzeit bedeutet es tatsächlich nur das beste.

00:03:04: man muss jetzt den oder wir wollen gerne den Kollegen danken die jetzt dieses halbe jahr auf einem bühnen boden gespielt haben der wellig war der verworfen und der sich nicht so wirklich gut begangen hat.

00:03:14: Der Wasserschaden hat halt auf diesen trockenen Holzschaden angerichtet, das Holz muss man sich vorstellen wird ja auch angebohrt.

00:03:21: wenn wir Kulissen stellen wird das Holz angebohrt.

00:03:23: da sind Löcher drin die sich verwerfen.

00:03:25: also es war glaube ich kein angenehmes Laufen in den letzten sechs Monaten auf diesem Boden Und der Boden kommt jetzt raus.

00:03:32: Das ist ein relativ großer Aufwand, dass eine Dämmung mit drin das sind dicke Holzplatten die da gewechselt werden und das können wir jetzt in der Spielzeitpause Wenn wir nicht auf der Hauptbühne spielen, nur jetzt machen.

00:03:43: Wir haben die Finanzierung, die steht und deswegen sind wir froh dass das jetzt im Sommer gemacht werden kann damit es dann in September auf einem gut glatten nagelneuen Bühnenboden wieder losgehen kann.

00:03:55: Wechseln wir zu einem anderen großen Thema der vergangenen Spielzeit.

00:04:00: Fünfzig Jahre großes Haus?

00:04:02: Du bist ja nicht nur Marketingchefin sondern auch langkehrige Beobachterin.

00:04:07: was bedeutet dieses Jubiläum Für dich im Rückblick jenseits der Zahlen und auch der üblichen Festreden.

00:04:16: Das große Haus ist ja ein ganz besonderer Bau, wir hatten ja an Bautzen die älteren können sich vielleicht erinnern das Stadttheater am Ja da wo heute das Kornmark-Center steht dass gesprengt wurde neunzehnundsechzig und das große haus war wieder Ein Zusammenschluss der Bürgerschaft, das Leute gesagt haben wir wollen unbedingt ein neues Theaterhaus in Bautzen haben und es gab ja weder Geld noch Material.

00:04:38: also es gab noch viel weniger Material als Geld.

00:04:41: Und da gab's viele findliche Bautzner und Firmen und tatsächlich auch in einer Stadtverwaltung im Landkreis Leute die gesagt haben Wir bauen dieses Haus Egal wie, Hauptsache es steht wieder.

00:04:53: Und das ist das Besondere, dass es immer die Bürgerschaft in Bautzen war, die hinter dem Theater gestanden hat und das freut uns natürlich... Wir mussten das Ganze ja dann sanieren weil es halt ein schneller Bau war und den ganzen Anforderungen nach der Wende nicht mehr entsprochen hat.

00:05:07: und umso schöner ist, dass das große Haus jetzt saniert ist, daß es auf dem neuesten Stand ist oder auf einem neuen Stand ist nicht nur unser Theater umgibt, sondern vor allen Dingen auch dieses Theaterhaus in der Seminarstrasse.

00:05:23: Gabi, lass uns noch ein ganz anderes Thema besprechen – einer Leinstellungsmerkmal, das du ja in deiner Marketingarbeit auch bespielst ist die Mehrsprachigkeit Deutsch, Ober- und Niederzorbisch.

00:05:35: Sechstausend Zweihundert Zuschauerinnen bei Sorbisch Sprarischen Inszenierung!

00:05:40: Ist das für dich ein Erfolg oder schon eine Selbstverständlichkeit?

00:05:44: Also wir wünschen uns natürlich in jedem Jahr, dass wir diese Zahlen erreichen und ich habe jetzt inzwischen eine Kollegin die das mit bespielt.

00:05:51: Und wir können diese Zahlen erreichen.

00:05:53: es gibt ja nicht allzu viele Muttersprachler, die auch Lust haben ins Theater zu gehen.

00:05:58: Umso schöner ist auch das, dass ganz viele gesagt haben Wir wollen ins Theater gehen, wir wollen die Muttersprüche auf der Bühne hören In verschiedenen Ausgaben.

00:06:07: Wir hatten ein Stück über eine Auswanderer Geschichte.

00:06:11: Das ist eine ganz faszinierende Geschichte und hat viele Zuschauerzahlen gebracht, weil es einfach authentisch ist.

00:06:22: Wir haben eine Komödie auf der Bühne gehabt und wir haben zum ersten Mal mit dem Sorbischen Gymnasium zusammengearbeitet.

00:06:28: Auch das ist ein toller Erfolg!

00:06:30: Und was viele nicht wissen – es gibt die Ober- und Niedersorbische Sprache und wir fahren zum Teil bis in den Spreewald um den Kindern und den Erwachsenen nieder sorbischsprachiges Theater zu bringen.

00:06:41: Gabi, gibt es so einen Moment in der vergangenen Spielzeit wo du sagst das war für dich?

00:06:46: Der Wow-Moment also der ganz besondere Moment.

00:06:51: Da gibt's ja ganz viele.

00:06:52: man arbeitet auf jede Premiere hin und jede Premiere ist so ein Erinnerung einerseits eine totale Anspannung.

00:06:57: wie wird es beim Publikum ankommen?

00:06:59: und wenn dann die Leute sich freuen oder wenn dann das Ganze honoriert wird Dann ist das so ein Stein der vom Herzen fällt.

00:07:06: Das ist tatsächlich bei jeder Premiere die ich mir auch anschaue Dramatischste Effekt oder Anlass war wirklich der Wasserschaden, weil wir hatten das bereits einmal.

00:07:16: Wir wussten alle was irgendwie wieder auf uns zukommt und da war noch mal so ein großer Schreck.

00:07:21: wie kriegen wir das Ganze jetzt gestemmt?

00:07:23: Wie können wir wieder spielen?

00:07:24: Weil in Theater wurde vorhanglich aufgeht was geschlossen ist weil man technisch das ganze nicht umsetzen kann.

00:07:30: Das ist das allerschlimmste was man sich vorstellen kann.

00:07:32: ja und unser schöner war dass als der Ja, vorhanden wieder hoch ging und wir wieder Theater spielen konnten.

00:07:38: Das sind so die Höhepunkte im Theaterjahr wo man denkt wow das ist so funktioniert, dass so funktioniert.

00:07:45: Zusammenarbeit mit den allen Mitarbeitern die da an einem Strang gezogen haben also dieses Gemeinschaftsgefühl das ist immer wieder da und es bei jeder Premiere und bei gerade solchen besonderen Dingen immer wieder dar.

00:07:55: Gabi lass uns nochmal einen Blick nach Form werfen.

00:07:57: Die neue Spielzeit beginnt am einund dreißigsten August.

00:08:02: Was dürfen wir erwarten, was wird anders?

00:08:05: Du wirst noch nicht zu viel verraten dürfen.

00:08:07: Also wir haben eine ganze Menge Premieren wieder geplant im Pubenteater, im Schauspiel und wir bekommen ja Unterstützung von den Landesbühnen und vom Theater Görlitz mit dem Musiktheater.

00:08:17: also da kann man sich auf ganz vieles freuen.

00:08:19: der Bühnenball in November ist so ein großes Highlight aber ihr könnt schon anfangen im September.

00:08:24: Wir haben am dreizehnten September den Tag der offenen Tür.

00:08:28: Der ist diesmal im Burgtheater und da laden wir alle einen sich schon mal kleine Ausschnitte anzuschauen.

00:08:33: Da wird jetzt schon dafür vorbereitet, da gibt es wieder die Verlosung des Sommerrätsels und es gibt eine Kostümversteigerung.

00:08:40: also alles was so ein bisschen Spaß macht und was Lust macht auf die neue Spielzeit das wir zum Tag der offenen Tür stattfinden.

00:08:46: Wir haben halt den kleinen Muck zb als Weihnachtsmärchen.

00:08:49: Das ist für die Familien und für die Schulen immer ganz wichtig.

00:08:53: Was spielen wir denn zur Weihnachtszeit?

00:08:54: Die Weihnachtsgans Auguste Die wird wieder herzukommen, weil das kann man halt nur zur Weihnachtszeit spielen.

00:09:01: Und ich freue mich besonders auf Komedienharmonis.

00:09:04: Das gibt es dann als Abschluss der Spielzeit im Mai.

00:09:08: Ja und wenn ich's schon verraten darf Der Theater-Sommer ist ja mal der Abschluss des Spielzeits und da steht im nächsten Jahr das Dschungelbuch auf dem Programm.

00:09:18: Da wird es halt tierisch im Hof der Ortenburg

00:09:21: Mit einem wunderbaren Song.

00:09:23: Wenn Ich Dschungel Buch Höhre, denke ich immer an Versuchsmahl mit Gemütlichkeit.

00:09:29: Es ist auch ein schönes Motto für eure nächsten fünf Wochen!

00:09:33: Ihr geht nämlich in eine wohlverdiente Sommerpause.

00:09:37: KW-Herb vielen Dank für deine Informationen.

00:09:41: Schönen Sommer dir!

00:09:43: Vielen Dank ebenfalls allen Hörerinnen und Hörern und dir!

00:09:54: Das war Lausitz heute Wenn euch diese Episode gefallen hat erzählt Freunden Nachbarn und Kollegen davon.

00:10:01: Ihr könnt natürlich auch gerne einen Kommentar oder ein Gefällt mir in den sozialen Netzwerken hinterlassen.

00:10:08: Richtig freuen würden wir uns, wenn ihr unser Angebot für lokalen Journalismus abonniert!

00:10:13: Dieser Podcast ist übrigens eine Produktion der Lausitzer Wortmanufaktur herausgegeben von Uwe Tschirner.

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